| Im Mittelpunkt des Münstertales liegt die Gemeinde Gaugrehweiler, überragt von dem schönen Donnersberg. Reich an landschaftlichen Reizen darf sie als eine der schönsten Gemeinden des Münstertales bezeichnet werden. Seit dem Jahre 1688 war Gaugrehweiler, früher Grewiller, nachdem es seit dem 15. Jahrhundert öfters seinen Zehntenherr gewechselt hatte die Residenz der Wild- und Rheingrafen. Bekannt erst wurde Gaugrehweiler durch den Grafen Magnus, der am französischen Hof erzogen, im Jahre 1749 im Stile des Versailler Schlosses einen neuen Schloßbau begann, der nach den überlieferten Abbildungen einen imposanten Anblick gewährte. Sieben Jahre wurde von Karl Magnus an dem luxuriösen Schlossbau gearbeitet, ohne dass er ganz vollendet wurde. Karl Magnus starb am 1. Juni 1793. Ihm folgte in der Regierung der Wild- und Rheingraf Karl August Wilhelm Theodor zu Grumbach, er musste vor den Franzosen flüchten und als Entschädigung erhielt er durch Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 Stadt und Amt Horstmar. Im Jahre 1817 wurde er durch den König von Preußen in den Fürstenstand erhoben und führte nun den Titel Fürst zu Salm-Horstmar, dessen Geschlecht heute noch besteht. Gaugrehweiler war unterdessen mit der übrigen Pfalz zum Departement Mont Tonnerre geschlagen worden. Das schöne neuerbaute Schloss wurde 1807 von der französichen Regierung zu Mainz um 15000 Franc (7000 Gulden) auf Abriß versteigert. Jetzt geben nur noch einige Schlosskeller Zeugnis von dem gewaltigen Bau, der sich einstens über ihnen erhob. 1815 kam Gaugrehweiler mit dem größten Teil des ehemaligen kurpfälzichen Landes an die Krone Bayerns, war bis 1826 Sitz des Friedensgerichtes für den Kanton Rockenhausen. Ende des vorigen Jahrhunderts war Gaugrehweiler bekannt durch seine Steinindustrie, die aber durch die einsetzende Entwicklung von Natur- zum Kunststeinbau zum Eingehen verurteilt war. Auch die Schuhindustrie wurde Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts hier betrieben, kam aber bedingt durch die Entfernung zur Bahnlinie Alsenztal zum Erliegen. Heute ist die ehemalige Residenz eine strebsame Landgemeinde. Eine rein landwirtschaftliche Bevölkerung befindet sich obwohl die Landwirtschaft vorherrscht, hier nicht; doch nennt jeder Bewohner, ob Beamter, Arbeiter oder freier Beruf, ein Grundstück sein eigen, auf dem er im Wettbewerb mit einer intensiv arbeitenden Landwirtschaft versucht, sein Teil zur Volksernährung beizutragen. |
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